Proktologie

Die Proktologie ist die Lehre von den Erkrankungen des Enddarmes und des Afters. Diese Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft mit Scham besetzt und die Hemmschwelle einen Arzt aufzusuchen ist hoch. So helfen sich viele Patienten Jahre lang mit frei verkäuflichen Haemorrhoidensalben und Hausmitteln und quälen sich lange mit den Beschwerden, bevor ein Proktologe, also ein Spezialist für diese Erkrankungen, konsultiert wird.

Vor der ersten Untersuchung steht das Gespräch mit dem Proktologen, in dem Sie sich als Patient wertfrei und ohne Scham über alle denkbaren Symptome dem Arzt anvertrauen können.

Zu den üblichen Untersuchungen ist es nicht notwendig nüchtern oder mit entleertem Darm in die Sprechstunde zu kommen.

Danach folgt die Untersuchung, die in der Regel schmerzlos ist. Die  Digitaluntersuchung (Tast-Untersuchung mit dem Finger) kann den Analkanal, den Schließmuskel und die Vorsteherdrüse (beim Mann) abtasten. Die Proktoskopie erlaubt eine visuelle Untersuchung der ersten 7-8 cm der Analschleimhaut. Mit Hilfe der Rektoskopie lässt sich der Enddarm bis ca. 25 cm untersuchen. Ist ein weiteres Vorspiegeln in den Darm notwendig, werden wir einen Gastroenterologen unserer Klinik um die weiterführende Diagnostik im Sinne einer vollständigen Darmspiegelung (Coloskopie) bitten.

Nach der Untersuchung steht  das Gespräch im Vordergrund. Dort kann Ihr Problem in Ruhe erörtert werden, um die geeignetste Behandlung für Sie zu finden. Neben der Beratung zum Stuhlverhalten und der Analhygiene gehören die klassischen Behandlungsmethoden zum Standard wie: lokale Salbentherapie, Haemorrhoidalverödungen und Gummiband-Ligaturen der Haemorrhoiden. Viele weiterführende operative Behandlungen können auch ambulant durchgeführt werden. Wir bieten nahezu voll umfänglich sämtliche Operationen des Fachgebietes an. Hierfür sind gelegentlich auch kurzzeitige stationäre  Aufenthalte notwendig:

Operative Therapie des Haemorrhoidalleiden: Sämtliche klassischen und modernen Op-Techniken wie Milligan-Morgan-Technik, Haemorrhoidalarterienligatur und Stapler-Haemorrhoidektomie nach Longo werden angeboten.

Auch der Mastdarmvorfall (Rektumprolaps) kann mit den verschiedenen Techniken, teils durch den After (STARR-OP) oder vom Bauch her (Resektions-Rektopexie) behandelt werden. Auch bzgl. der Therapie der Analfissur (Einriss in der Afterschleimhaut), der Analabszesse (akute Ansammlung von Eiter neben dem After) und der Analfisteln (Eitergang, der sich in den Darm oder zur Haut hin mit eitrigem Sekret entleert) werden vorgehalten. Sehr häufig werden Patienten ambulant mit Perianalvenenthrombose (Blutgerinnsel) in den äußeren Venen des Afters („äußere Haemorrhoiden“), mit vergrößerten Marisken (Hautlappen am After, Vorpostenfalten) und Analekzem  (juckende Hautveränderung) behandelt.

In unserem  interdisziplinären Bauchzentrum und in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz werden regelmäßig Patienten mit Analkarzinom und Rektumkarzinom, den bösartigen Tumoren des Analkanals und des Rektums behandelt. Auch können sich chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa im Enddarm und Afterbereich manifestieren, so dass auch diese Erkrankungen in das proktologische Gebiet fallen.

Eine Spezialsprechstunde für proktologische Krankheitsbilder wird vorgehalten:

Montags von 14.00 bis 16.00 Uhr nach telefonischer Terminvereinbarung unter 02389 - 787 1481.

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