Fußchirurgie

Unsere Füße tragen uns jeden Tag, im Laufe eines Menschenlebens in der Summe bis zu dreimal um die Erde. Daher können Beschwerden am Fuß im Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele der Beschwerden können mit Einlagen oder Schuhzurichtungen gelindert werden. Ist doch eine Operation notwendig, bieten wir das gesamte Spektrum der modernen Fußchirurgie an.

Fußchirurgie im St. Christophorus-Krankenhaus Werne
Ansicht eines verbundenen Fußes

Ob die Versorgung von Zehenfehlstellungen, wie Hammerzehen, des Hallux valgus (Fehlstellung der großen Zehe), Druckstellen und Schwielen, Veränderungen im Bereich der Fußwurzelgelenke oder des Rückfußes, egal ob Verletzung, angeborene Besonderheiten, Veränderungen der Füße bei Zuckererkrankung (Diabetischer Fuß) oder Verschleiß. 

Hierbei legen wir Wert auf eine individuelle Beratung und Therapieplanung. In der Versorgung nutzen wir moderne Verfahren und Materialien und arbeiten mit erfahrenen Orthopädietechnikern zusammen, damit Sie bald wieder "gut zu Fuß" sind.

Eingewachsener Zehennagel

Insbesondere an der Großzehe kann es zu schmerzhaften Entzündungen des Nagelwalls durch Einwachsen des Zehennagels kommen. Entzündungen sollten dann konsequent behandelt werden. Wir beraten, ob eine konservative Therapie u.A. mit einer Spange zur Druckentlastung oder eine Operation sinnvoll ist. Bei diesem kleinen ambulanten Eingriff verschmälern wir den Nagel und reinigen die Wunde.

Hallux valgus (Ballenzehe), Hallux interphalangeus

Die als Hallux valgus bezeichnete Fehlstellung der Großzehe ist eine der häufigsten Veränderungen am Vorfuß. Sie ist in der Regel mit einer breiten Fußform (Spreizfuß) vergesellschaftet, welche erblich bedingt sein kann. Sie kann bei rheumatischen Erkrankungen ebenso auftreten wie auch als Folge von neurologischen Störungen oder auch als Folge von Veränderungen des Mittel- und Rückfußes. Auch eine Knickbildung in der Zehe selber (Hallux interphalangeus) kann das Erscheinungsbild beeinflussen. Eine genaue Analyse der zugrunde liegenden Ursache und eine angepasste Therapie sind uns dabei wichtig. Wann immer möglich nutzen wir dafür moderne, minimalinvasive Techniken, die gewebeschonend und kosmetisch ansprechend sind.

Hallux Valgus links vor der OP und rechts nach der OP
Ansicht eines Hallux valgus vor und nach der Operation

Zehendeformitäten (Hammerzehe, Malletzehe, Krallenzehe, Klauenzehe, Schneiderballen)

Verformungen der Zehen bedingen oft schmerzhafte Druckstellen. Man unterscheidet unterschiedliche Fehlstellungen, die unterschiedlich behandelt werden müssen. Bei flexiblen Fehlstellungen kann oft mit einem „Weichteileingriff“ wie zum Beispiel einer Sehnenverlagerung oder -verlängerung behandelt werden. Bei fixierter Fehlstellung kommen mitunter auch Eingriffe an Knochen und Zehengelenken zum Einsatz. Auch hier kommen überwiegend minimalinvasive Techniken zur Anwendung.

Arthrose Großzehengrundgelenk (Hallux limitus / rigidus)

Ein Verschleiß des Großzehengrundgelenkes bedingt eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Schuhwerk mit fester Sohle und geeigneten Einlagen (sogenannte Rigidusfeder) können oft Linderung schaffen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus oder bleiben erhebliche Probleme beim Barfußlaufen, kann eine Operation helfen. Je nach Grad des Verschleißes kann die Operation bewegungsverbessernd sein (s. g. Cheilektomie) oder bei ausgeprägtem Verschleiß auch das schmerzende Gelenk dauerhaft fixieren.

Fersenschmerzen

Schmerzen im Bereich der Ferse können viele Ursachen haben. Beispiele hierfür sind:

Hinterer Fersensporn und Haglund-Exostose

Diese knöchernen Ausziehungen des Fersenbeines können zu Reizungen und Einrissen der Achillessehne führen. Zur Entlastung der Sehne ist manchmal eine Abtragung sinnvoll.

Sichtbare Knochenausziehung am Fersenbein
"Ein Röntgenbild mit sichtbarer Knochenausziehung am Fersenbein"
Zustand nach Knochenabtragung am Fersenbein
"Röntgenbild mit Zustand nach Knochenabtragung am Fersenbein"



Unterer Fersensporn/Plantarfasziitis

Die Plantarfaszie ist eine Bindegewebsschicht, die zur Stabilisierung der Längswölbung beiträgt und die Stellung der Zehen passiv beeinflusst. Durch Überlastung kann es zu einer Entzündung im Bereich der Verankerung am Fersenbein kommen mit Schmerzen im Bereich der Fußsohle. Wenn Maßnahmen wie Einlagen, Dehnung oder Stoßwellentherapie nicht helfen, kann operativ lokal eine Einkerbung durchgeführt werden, oft im Kombination mit einer Druckentlastung des s. g. Baxter´s Nerven.

Nervenerkrankungen

Wenn Nerven am Fuß geschädigt werden, kommt zur Gefühlsstörungen oder sogenannten neuropathischen Schmerzen mit oft brennendem Charakter. Die Nervenschädigung ist dabei oft Eine Folge von Fehlstellungen und Druckbelastungen die ebenfalls ursächlich behandelt werden sollten.

Häufigere Krankheitsbilder sind:

Morton-Neurom

Hierbei kommt es zu Schmerzen in den Zehen durch Druck auf die Zehennerven. Der Nerv kann sich dabei dauerhaft verdicken und einen Nervenknoten (Neurom) bilden.

Tarsaltunnelsyndrom

Der hierbei betroffene Nerv (Nervus tibialis) wird hinter dem Innenknöchel eingeengt. Es resultieren Schmerzen am Fußinnenrand.

Sprunggelenk

Insbesondere das obere Sprunggelenk ist häufig von schmerzhaften Veränderungen betroffen. Das können Verletzungsfolgen z.B. nach Brüchen oder Bandverletzungen mit Instabilitäten oder Gelenkerkrankungen wie z.B. eine Osteochondrosis dissecans (Knorpelablösung) sein. Wir bieten hierfür eine breite Palette von Versorgungsmöglichkeiten an.

Arthroskopie

Bei einer Gelenkspiegelung kann eine Optik, dünner als ein Stift, in das Gelenk eingebracht werden. Für diese s. g. Schlüssellochchirurgie halten wir feine Optiken und spezielle Instrumente bereit. So lassen sich störende Knochenkanten oder Entzündungsgewebe abtragen. Bei Knorpeldefekten kommen knorpelregenerative Maßnahmen, wie Knochenanbohrung oder spzielle Gewebeersatzstoffe (AMIC) zum Einsatz.

Arthroskopie eines Sprunggelenkes
"Arthroskopie eines Sprunggelenkes"

Umstellungen, Arthrodesen und Prothesen

Bei ausgeprägterem Verschleiß kann die Belastung durch eine Achsveränderung in einen nicht so stark betroffenen Gelenkanteil verlagert werden. Ist das gesamte Gelenk betroffen, besteht die Möglichkeit entweder ein Kunstgelenk einzusetzen oder das Gelenk zu versteifen.

Verletzungen von Fuß und Sprunggelenk

Brüche

Knochenbrüche werden insbesondere dann operativ Versorgt, wenn dadurch die Heilung beschleunigt und eine schnellere Belastbarkeit erzielt werden kann oder wenn der Bruch komplex ist (Verrenkungsbrüche, Trümmerbrüche). Hierfür stehen uns moderne Implantate mit hoher Stabilität (s. g. winkelstabile Implantate) zur Verfügung.

Bandverletzungen

Viele Bandverletzungen werden heutzutage ohne Operation, z.B. mit speziellen Bandagen oder Orthesen behandelt. Treten jedoch Instabilitäten auf, so werden Bänder rekonstruiert oder s.g. Ersatzplastiken durchgeführt um Folgeschäden zu vermeiden.

Sehnenverletzungen

Wenn Sehnen reißen, kommt es zu einem Funktionsverlust oder zu Fehlstellungen. Am häufigsten ist die Achillessehne betroffen. Aber auch chronische Schädigungen z.B. durch Entzündungen, Einengungen oder Luxationen können auftreten.

Diabetischer Fuß

Bei Diabetes mellitus kann es zu Veränderungen der Füße mit z.B. schlecht heilenden Wunden oder Fehlstellungen kommen. Faktoren können hierbei krankheitsbedingte Gefühlsstörungen und Durchblutungsstörungen sein. Wenn chronische Wunden bestehen, drohen hierbei schwere Infektionen des Fußes und im schlimmsten Fall der Verlust.

Neben der Behandlung des Diabetes ist eine interdisziplinelle Versorgung des Fußes wichtig. Wir arbeiten hierbei eng mit Orthopädieschumachern, Podologen, Gefäßchirurgen, Diabetologen und Hausärzten zusammen.

Operativ sollten dabei frühzeitig Fehlstellungen behandelt werden, die ansonsten zu Druckstellen und daraus resultierende Wunden führen.

Rheumatischer Fuß

Rheumatische Erkrankungen betreffen als Systemerkrankungen auch die Füße. Im Vordergrund stehen dabei Veränderungen der Gelenke mit daraus resultierenden Schmerzen oder Fehlstellungen.

Neben speziellen Rheumachirurgischen Techniken verfügen wir darüber hinaus über einen ganzheitlichen Blick auf das Krankheitsbild und über Erfahrung im Umgang mit den typischen Rheumamedikamenten im Falle einer Operation.

Unsere Behandlungskonzepte

Unsere Behandlungskonzepte orientieren sich an den wissenschaftlich hinterlegten Standards der D.A.F. (Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V.) und der GFFC.

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