Minimalinvasive Fußchirurgie

- innovativ, gewebeschonend, kosmetisch ansprechend -

Minimalinvasive Fußchirurgie umfasst eine Vielzahl innovativer Operationsmethoden zur Korrektur von Fehlstellungen am Fuß, insbesondere der Zehen. Hierbei werden die Korrekturen an Knochen oder Sehnen über nur wenige Millimeter große Zugänge durchgeführt. Statt mit einer Säge werden knöcherne Korrekturen durch die kleinen Zugänge mittels einer dünnen und gewebeschonenden Fräse ermöglicht. Wo herkömmliche Operationsmethoden oft mehrere Zentimeter lange Schnitte mit dadurch auch stärkerer Beeinflussung der Weichteile (Haut, Sehnen, Gelenke) benötigen, werden bei der Minimalinvasiven Fußchirurgie diese Strukturen weitgehend geschont.

Durch überzeugende Ergebnisse gewinnt die Minimalinvasive Fußchirurgie zunehmend an Bedeutung, es gibt jedoch noch nicht viele Anwender, da die Technik anspruchsvoll ist. Es handelt sich um eine "geschlossene" Technik, d.h. der Operateur kann sich nicht visuell über einen großen OP-Zugang, sondern (wegen der minimalen Schnitte) nur über Röntgen und taktil orientieren. Daher sind sehr gute anatomische Kenntnisse und intensive Schulungen der Operationstechnik im Vorfeld nötig.

6 Wochen nach minimalinvasiver Hallux valgus OP
"6 Wochen nach minimalinvasiver Hallux valgus OP"

Abbildung oben: Gelb umrandet punktförmige OP Narben (diese blassen im weiteren Verlauf noch ab), blau markiert OP-Zugangswege, wie man sie bei herkömmlicher OP gebraucht hätte.

Abbildungen oben: Versorgungsbeispiel:
links: Ballenzehe (Hallux valgus) mit Verdrängung der 2. Zehe nach oben
rechts: direktes Ergebnis nach minimalinvasiver Korrektur der 1. und 2. Zehe

Wir im St. Christophorus-Krankenhaus Werne können auf gute Erfahrungen mit dieser Technik zurückblicken und setzen minimalinvasive Verfahren wann immer möglich ein. Wir sind damit in der Region mit die ersten, die konsequent auf die Weiterentwicklung der Fußchirurgie durch diese innovative Technik setzen.  Schwerpunkte hierbei sind die Korrektur von Zehenfehlstellungen (Ballenzehe bzw. Hallux valgus, Hammer-/Krallen- /Klauen- und Malletzehen), die Behandlung schmerzhafter Schwielen (an Zehen oder im Ballenbereich), die Korrektur des Rückfußes (z.B. bei Knicksenkfuß) sowie die Prävention und Behandlung von chronischen Druckgeschwüren z.B. bei Diabetischem Fuß.

Häufige Indikationen für minimalinvasive Verfahren am Fuß auf einen Blick:

  • Fehlstellung der Großzehe (z.B. Hallux valgus)
  • Bewegungseinschränkung der Großzehe (Hallux rigidus)
  • Fehlstellung der kleinen Zehen (Hammer-/Krallen- /Klauen- und Malletzehen)
  • Fehlstellung der 5. Zehe ohne und mit ausgeformten Ballen (sog. Schneiderballen)
  • Schwielen
  • schmerzhafte Knochenvorsprünge (Osteophyten / Exostosen)
  • schmerzhafte Ballen (Metatarsalgie)
  • Diabetische Füße mit drohenden und schon eingetretenen Wunden
  • Achsfehlstellungen im Bereich des Fersenbeines (z.B. bei Knicksenkfuß)

Eine entscheidende Besonderheit ist auch die Nachbehandlung. Da viele Korrekturen ohne das Einbringen von Schrauben oder anderem Fremdmaterial auskommen, wird die in der Operation erzielte Korrektur in der ersten Zeit auch durch spezielle Verbandstechniken gesichert. Dennoch kann eine Belastbarkeit in einem speziellen Verbandsschuh oft früher erzielt werden als bei herkömmlichen Operationstechniken.

Beispiel für einen stellungserhaltenden Verband nach Operation
"Beispiel für einen stellungserhaltenden Verband nach Operation"

Ergänzend werden Eingriffe am Sprunggelenk, wann immer möglich mittels Gelenkspiegelung (arthroskopisch) durchgeführt. Hierbei wird eine nur 2,7mm dünne Optik in das Gelenk eingeführt. Mit speziellen Instrumenten können hierbei Erkrankungen des Knorpels (z.B. mittels knorpelregenerativen Therapien, z.B. AMIC), der Gelenkinnenhaut oder mechanische Probleme (z.B. Knochenkanten, freie Gelenkkörper) behandelt werden. Auch diese schonenden Therapien dienen einer rascheren Genesung und verbessern die Funktion.

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